Du bist was ganz Besonderes!

Fotoserie für die Lebensarche und die Kita Königsborn, Unna.

Für mich immer wieder schön zu sehen, wie wichtig es für das Heranwachsen von Kindern ist, mit Kindern zu spielen und sie zu erleben, ungeachtet ob diese eine Behinderung haben oder nicht. Kinder lernen hier den ungezwungenen Umgang mit ihrem eigenen vorhandenen Handicap und dem der anderen, lernen ihre Grenzen spielerisch kennen und werden durch geschultes Personal gefördert. Es gibt spezielle Musiktherapien und Gymnastikstunden; so kann jedes Kind individuell und seinen Bedürfnissen entsprechend gefördert werden. Ich persönlich finde, eine Behinderung ist nichts Schlimmes. Oft macht jedoch die Gesellschaft daraus etwas Schlimmes, z. B. durch Anstarren oder aus dem Weg gehen, vielleicht weil der Mensch mit der Behinderung etwas befremdlich wirkt, anders geht oder spricht. Ein frühes Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderung fördert den ungezwungenen, natürlichen Umgang miteinander so wie ich es in dieser Kita erleben durfte.

 

 

Die ganz kleinen Bewohner der Lebensarche Königsborn, welche  in einer Wohngruppe betreut werden, da sie teilweise schwerste Pflegefälle sind, haben mich emotional sehr berührt. Teilweise erst ein Jahr alt, teilweise kerngesund auf die Welt gekommen und dann durch einen Unfall, Komplikationen bei der Geburt – um nur ein paar der Ursachen zu nennen – nun stark geistig und körperlich behindert. Um die Bettchen herum standen Fotos der Familien, gemalte Bilder der Geschwister und viele Stofftiere.
Die Zimmer der Kinder und Jugendlichen sind mit viel Herz und altersgerecht eingerichtet. Ich ziehe meinen Hut vor den Mitarbeitern die dort arbeiten. Sie versuchen, es ihren Bewohnern so schön wie möglich zu machen, die Zimmer individuell zu gestalten und diese mit viel Liebe einzurichten. Hier und da läuft ein Song von Rhianna und Bravo-Poster hängen an der Wand. Das die Bewohner zum größten Teil starke geistige Behinderungen haben, können sie sich nicht artikulieren. Wie schön ist es dann zu sehen, dass die Betreuer genau wissen, wie man den einen oder anderen zum Lachen bringt wie man hier auf einigen Fotos in Aktion sehen kann. Eine so unglaubliche Herzlichkeit herrscht in diesem Haus, gepaart mit viel Respekt gegenüber jedem einzelnen Menschen dort vor Ort. Hier und da werden Bewohner in den Arm genommen und es wird ihnen Zeit geschenkt. Hier bleibt die Uhr stehen, denn hier zählen der Moment, der Mensch und dessen Wohlergehen.
Ich liebe es, soziale Projekte und Einrichtungen mit meiner Kamera zu begleiten, da sie mich unglaublich in den Bann ziehen. Dieses Projekt war schon eine ziemlich Achterbahn der Gefühle für mich. Es macht sich eine unglaubliche Demut vor dem Leben breit, in Anbetracht dessen, dass man gesund ist, arbeiten und Freunde treffen kann, selbst entscheiden was man tun möchte … alles Dinge die man sehr schnell als selbstverständlich hinnimmt. Immer auf der Suche, manchmal viel zu schnell durchs Leben laufend und dabei auch schnell vergessend, mal anzuhalten und einfach dankbar zu sein für die eigene Freiheit sowie für die eigene Gesundheit.

Im März habe ich leider erfahren, dass Flortje es nicht geschafft hat und in den Armen ihrer Eltern eingeschlafen ist. Als ich später auf die Station kam, stand ihr Foto da, mit einer Kerze davor. Es tat weh. Ein paar Wochen später habe ich einen sehr schönen Brief von Flortjes Eltern bekommen, wo u.a. Folgendes geschrieben stand: …Die Fotos, die sie von Flortje gemacht haben, liegen uns sehr am Herzen und gehören jetzt zu uns. Wir wollten immer Familienfotos machen, dachten wir hätten Zeit, hatten wir aber leider nicht mehr….
Als ich das las, berührte es mich noch mehr. Liebe Familie B., ganz lieben Dank für die schönen und warmen Worte.

 

 

Datum

Montag, 30. Juni 2014

  • Susanne Beimann
    Fotografin
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